Spatenstich markiert Baubeginn des neuen Pilotierungszentrums für Batterien und Membranen

Pressemitteilung – Fraunhofer IKTS / 15.4.2019

Keramische Batterien sowie Membranen zur Filtration und Gastrennung – das sind die Forschungsthemen, die im zukünftigen »Pilotierungszentrum für Pulversynthese und Extrusion« im Fokus stehen. Die Bauphase am Standort Hermsdorf des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS hat nun mit einem feierlichen Spatenstich begonnen. Das von Bund und dem Land Thüringen mit 5 Millionen Euro geförderte Pilotierungszentrum ist maßgeschneidert auf die Anforderungen der komplexen Forschungsthemen und ein wichtiges Bindeglied zum künftigen Technologietransfer. Im Juni 2020 kann der Anbau in Betrieb genommen werden.

© Fraunhofer IKTS

Eine große Runde für den feierlichen Spatenstich zum neuen Pilotierungszentrum des Fraunhofer IKTS – v.l.n.r.: Prof. Ingolf Voigt (Stellvertretender Institutsleiter), Andreas Heller (Landrat), Benny Hofmann (Bürgermeister von Hermsdorf), Prof. Alexander Michaelis (Institutsleiter), Bodo Ramelow (Ministerpräsident), Wolfgang Tiefensee (Wirtschaftsminister), Prof. Michael Stelter (Stellvertretender Institutsleiter), Jörg Laschke (Hauptabteilungsleiter Finanzen, Controlling und Organisation der Fraunhofer-Gesellschaft).

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, Finanzdirektor der Fraunhofer-Gesellschaft Jörg Laschke, Landrat Andreas Heller, Hermsdorfs Bürgermeister Benny Hofmann sowie IKTS-Institutsleiter Prof. Alexander Michaelis und die stellvertretenden Institutsleiter Prof. Ingolf Voigt und Prof. Michael Stelter setzten gemeinsam den ersten Spatenstich für das Bauprojekt. Der L-förmige, zweigeschossige Anbau wird einen direkten Anschluss an das bestehende Technikum 1 haben, das im Zuge der Baumaßnahme eine Sanierung der Außenfassade erhält. Auf 583m² entstehen zwei hochmoderne Labore, sechs Technika sowie Büros und Lagerflächen.
 

Digitalisierung von Entwicklungs- und Herstellungsprozess im Fokus

Die Maschinen und Anlagen im Pilotierungszentrum werden technologisch so ausgerüstet sein, dass eine digitale Produktion von keramischen Komponenten möglich wird. Unter anderem werden Maschinen zur Formgebung mit neuester Sensortechnik ausgestattet, die einen Einblick in Prozessdetails gewährt, der bisher nicht möglich war. Zudem werden Konzepte entwickelt, wie die Sensordaten in Echtzeit zu einer kontinuierlichen Qualitätsüberwachung und Prozessteuerung zusammengeführt werden können. Dies alles dient dem Ziel, industriell stabile Herstellprozesse zu gewährleisten bei zukünftig zu erwartenden Losgrößen von mehreren Millionen keramischen Batteriebauteilen und Membranrohren. Das Gebäude bietet darüber hinaus maßgeschneiderte technische Lösungen für die Trennung verschiedener Materialien, für Absaugung und Entstaubung sowie für die Abwasseraufbereitung. Somit finden die Fraunhofer-Forscher im hochmodernen Pilotierungszentrum optimale Voraussetzungen für das Up-Scaling keramischer Komponenten und Systeme.
 

Stimmen

Wolfgang Tiefensee, Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft
»Der kürzlich gewonnene Thüringer Forschungspreis zeigt, dass die Forschung am Fraunhofer IKTS eine große Strahlkraft für Thüringen und darüber hinaus besitzt. Dass nun der Schwerpunkt im Bereich der Batterieentwicklung mit dem neuen Pilotierungszentrum weiter intensiviert wird, unterstützt unsere Strategie, Thüringen zu einem auch überregional sichtbaren Zentrum der Batterieforschung und -produktion zu entwickeln.«

Prof. Alexander Michaelis, Institutsleiter Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS
»Die Digitalisierung ist Realität, auch in den werkstoffintensiven Industrien wie der Keramik und der Batterieproduktion. Mit dem neuen Pilotierungszentrum hat das Fraunhofer IKTS einzigartige Möglichkeiten, sowohl neue, digital gesteuerte Prozesse der keramischen Massenproduktion zu erarbeiten, als auch im Verbund mit unseren KMU-Partnern neue Sensor- und Softwarekonzepte zu konzipieren, die solche Produktionsprozesse in der notwendigen Qualität und Präzision erst ermöglichen.«